Candice Jones übernimmt die Leitung der Biofoundry MaxGENESYS

MaxGENESYS unterstützt Forschende mit automatisierten Workflows für individuelle Projekte

Dr. Candice Jones ist die neue Leiterin der Biofoundry MaxGENESYS am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. Die im Jahr 2020 gegründete Biofoundry erweitert die Möglichkeiten von Projekten im Bereich der synthetischen Biologie. Dazu kommen standardisierte und automatisierte Arbeitsabläufe zum Einsatz, die den experimentellen Datendurchsatz erhöhen. Candice Jones forschte zuvor auf dem Gebiet der Pflanzenmolekularbiologie und war bei der CSIRO Biofoundry in Australien tätig.

Candice, wir freuen uns sehr, dich als neue Leiterin der MPG-weiten Biofoundry MaxGENESYS begrüßen zu dürfen. Was hat dich dazu bewogen, am MPI-TM zu arbeiten? Während meiner Tätigkeit als Bioingenieurin bei der CSIRO Biofoundry in Australien habe ich eine echte Leidenschaft für die Laborautomatisierung und die damit verbundenen Möglichkeiten entwickelt. Als ich die Stellenanzeige des MPI-TM sah, dachte ich: „Das ist genau das, was ich als Nächstes machen möchte!” Während des Bewerbungsprozesses wurde deutlich, dass wir die gleiche Leidenschaft und Vision teilen: Laborautomatisierung und Hochdurchsatz-Workflows zu nutzen, um exzellente wissenschaftliche Forschung zu ermöglichen.

Wie würdest Du eine Biofoundry beschreiben?  Es handelt sich um eine kollaborative, zentrale Einrichtung mit Personal, Geräten und Workflows, um Teile des Forschungsprozesses zu automatisieren. Das bedeutet, dass Forschende ihre Projekte hierher bringen und gemeinsam mit dem Biofoundry-Team Hochdurchsatzlösungen entwickeln können, die ihre Projekte vorantreiben.

Das heißt, die Biofoundry entwickelt auch individuelle Lösungen? Ja, wir haben zwar eine Reihe bewährter Standardmethoden, bieten aber auch maßgeschneiderte Lösungen für einzelne Projekte an. Darüber hinaus bieten wir jungen Forscherinnen und Forschern spezielle Schulungen für die Geräte, damit sie ihre eigenen Experimente durchführen können.

Wie ist es, mit Robotern zu arbeiten? Ich mag die Arbeit mit Robotern sehr. Laborautomatisierungs-Robotik ist wunderbar und effizient, wenn sie gut gemacht ist. Zwar braucht es am Anfang Zeit, bis alles richtig funktioniert, aber sobald man ein gutes System hat, kann man Dinge erreichen, die manuell unmöglich wären.

Welchen Beitrag leisten Biofoundries, insbesondere in der synthetischen Biologie? Die Herstellung von qualitativ hochwertiger DNA, Mikrobenstämmen und Daten ist für diesen Forschungsbereich unerlässlich. Ein effektiver Weg, um dies zu erreichen, sind standardisierte, automatisierte Methoden. Die Forschung schreitet so schnell voran, dass es sehr schwierig ist, allein mit herkömmlichen Methoden Schritt zu halten. Automatisierte Labor-Workflows mit hohem Durchsatz eröffnen Forschern neue Arbeitsmöglichkeiten und helfen ihnen, schnell zu neuen Entdeckungen zu gelangen.

Gibt es Anwendungsbereiche, die dich besonders interessieren?  Persönlich interessiere ich mich sehr für Forschung, die zur ökologischen Nachhaltigkeit oder zur Gesundheit und zum Wohlbefinden des Menschen beiträgt. Es freut mich zu hören, dass hier in diesen Bereichen viel geforscht wird. Ich freue mich darauf, diese Projekte zu unterstützen und an neuen Entwicklungen mitzuwirken.
 

Dr. Candice Jones erwarb ihren Bachelor of Science (Honours) in Pflanzenwissenschaften und promovierte an der University of Queensland in Australien. Anschließend begann sie als Bioingenieurin bei der CSIRO Biofoundry zu arbeiten. Dort spielte sie eine zentrale Rolle bei der Entwicklung maßgeschneiderter Hochdurchsatz-Workflows zur Unterstützung einer Vielzahl von Forschungsprojekten der CSIRO, der nationalen Wissenschaftsagentur Australiens.

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